DAS WASSER AUF DEM MONTE BALDO

Obwohl der Monte Baldo über eine relativ große Wasserzufuhr aufgrund des Regens und des Schnees verfügt (wechselhafte Niederschläge von zirka 1000 mm im Jahr an der Bergbasis bis 1500 mm im Jahr in der Gipfelzone) ist er arm an Oberflächenwasser – das vor allem auf der Veroneser Seite und zwar wegen der starken Entwicklung der Karsprozesse in den Kalkfelsen.

Der Trentiner Monte Baldo, der große wasserundurchlässige mergelige Flächen und ausgedehnte Basaltaufschlüsse aufweist, besitzt einen größeren Quellenreichtum auf allen Höhenlagen. Auch das synklinale Gebiet von Ferrara di Monte Baldo verfügt wegen seiner Muldenform, der vielen Schuttkegel und Tonansammlungen und der Wasserundurchlässigkeit der mergeligen Kalksteine des Roten Ammonits (in einer gewissen Tiefe) über reichliches Quellwasser bei Novezza, Ferrara, Spiazzi, im Salve Reginatal bis nach Pazzon, Caprino und Pesina.

Der trockenste Teil ist der westliche Abhang des Monte Baldo. Es befinden sich jedoch in der Gipfelzone einige kleine versteckte Kondensquellen wie in der Nähe der Valdrittaspitze oder Quellen durch Wasserrückhalt auf den mergeligen Kalkflächen des unteren Lias im Umfeld des Circo delle Buse und des Circo del Telegrafo. Eine zweite Quellenreihe befindet sich in der Bergmitte, allgemein wo die Talkerbschluchten auf einige wasserdurchlässige Schichten des oberen Lias stoßen wie bei der Quelle des Trovaitales, bei der Malga Piombi, bei Albi di Pione und im Beolatal. Zu einer dritten Reihe, der reichsten, gehören die Seequellen.

Auf dem Monte Baldo, haben sich einige interessante nasse Biotope, die zu der Kategorie der sogenannten „kleinen Gewässer“  gerechnet werden können (Becken kleiner Dimension), erhalten. Sie können natürlichen oder künstlichen Ursprungs (vom Mensch geschaffen) sein. Die den Biotopen gemeinen Eigenschaften sind die geringe Wasserhöhe (nicht mehr als 50 cm), das stehende Wasser (da es von keiner Strömung bewegt wird), große Temperaturschwankungen, die Abwesenheit jeglicher thermischer Schichtung und die Trübheit. Die kleinen Gewässer können aufgrund Verdunstung oder nicht genügender Impränierung des Bodens austrocknen. Diese Becken werden als austrocknende Gewässer bezeichnet. Größere Biotope, deren Wasser- höhe varieren kann, die aber nie austrocknen, worden Dauergewässer genannt.

Die kleinen Gewässer können in drei Kategorien aufgeteilt warden:

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TEICHE: Becken, die kleinen Seen ähneln und mindesten einen Meter tief sind (bis maximal 3-5 Meter)

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SÜMPFE: Die Sümpfe sind Wasserkörper mit unterschiedlicher Tiefe, aber nie über einen Meter tief. Meistens erreichen sie kaum einen halben Meter Tiefe. Während gewisser Jahreszeiten können die Sümpfe auch austrocknen. Wenn die Vegetation den ganzen Wasserspiegel bedeckt, tragen sie den Namen Aquitrinum.

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LACHEN: Sie erreichen höchstens eine Höhe von 50 cm und sind klein. Oft existieren sie nur vorübergehend, das bedeutet sie füllen sich vom Herbst bis zum Frühling und trocknen im Sommer aus.

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Die Weidepfützen sind kleine von den Viehzüchtern geschaffene Wasserbecken, um die Rinder und Schafe, die sich auf den auf dem Territorium der Almhütten verstreuten Weiden befinden, zu tränken. Die Wasserbecken sind mit dem Boden aus gepreßtem Lehm versehen worden. Oft fertigte man diese Wasserbecken, indem man den Boden natürlicher Becken oder Dolinen mit gepreßtem Lehm ausfüllte und sie so wasserundurchlässig machte. Die Merkmale der Weidepfützen sind die geringe Wasserhöhe (nicht mehr als 50 cm), die fast kreisförmige Form, die begrenzte Größe, das stehende Wasser (da es von keiner Strömung bewegt wird), die Temperatur, die untertags aufgrund der geringen Beckenhöhe große Schwankungen aufzeigt, die Abwesenheit jeglicher thermischer Schichtung (von der Oberfläche bis zum Boden registriert man keine großen Temperaturunterschiede) und die Trübheit.

Wenn sie normal benutzt werden, sind sie von der Abwesenheit oder beinahigen Abwesenheit von Wasserpflanzen charakterisiert. Diese überleben nicht das Getrampel der Tiere und das vom Kot getrübte Wasser. In vielen Gegenden des Baldo sind sie die einzigen Gewässer in Höhenlage (infolge der karsischen Substrate) und ermöglichen so das Leben der Amphibien (Frösche und Wassermolche) und der Insekten, die spezialisiert sind, auf dem Wasserspiegel zu leben (Wasserkäfer, Libellen usw.).

Viele dieser Weidenpfützen sind aufgelassen und dann vom Gras überwuchert worden. Andere hingegen haben sich wegen der mangelnden Imstandhaltung verkleinert. Auch die Impränierung des Bodens erhält sich nur durch das dauernde Trampeln des Viehs. Eine

Weidenpfütze, die nicht mehr von den Tieren benützt wird, verschwindet und verwächst bald.

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