DIE WEIDEPFÜTZEN

Die Weidepfützen sind kleine von den  Viehzüchtern geschaffene Wasserbecken, um  die Rinder und Schafe auf den auf dem Territorium der Almhütten verstreuten Weiden zu tränken. Die Wasserbecken sind mit einem Boden aus gepreßtem Lehm versehen worden. Oft erhielt man diese Wasserbecken, indem man den Boden natürlicher Becken oder Dolinen mit gepreßtem Lehm ausfüllte und sie so wasserundurchlässig machte. Die Merkmale der Weidepfützen sind die geringe Wasserhöhe (nicht mehr als 50 cm), die fast kreisförmige Form, die begrenzte Größe, das stehende Wasser (da es von keiner Strömung bewegt wird), die Temperatur, die untertags aufgrund der geringen Beckenhöhe große Schwankungen aufzeigt, die Abwesenheit jeglicher thermischer Schichtung (von der Oberfläche bis zum Boden registriert man keine großen  Temperaturunterschiede) und die Trübheit.

Wenn sie normal benutzt werden, sind sie von der Abwesenheit oder beinahigen Abwesenheit von Wasserpflanzen charakterisiert. Diese überleben nicht das Getrampel der Tiere und das vom Kot getrübte Wasser. In vielen Gegenden des Baldo sind sie die einzigen Gewässer in Höhenlage (infolge der karsischen Substraten) und ermöglichen so das Leben der Amphibien (Fröschen und Wassermolchen) und der Insekten, die spezialisiert sind, auf dem Wasserspiegel zu leben (Wasserkäfer, Libellen, usw.).

Viele dieser Weidenpfützen sind aufgelassen und dann vom Gras überwuchert worden. Andere hingegen haben sich wegen der mangelnden Imstandhaltung verkleinert. Auch die Impränierung des Bodens erhält sich nur durch das dauernde Trampeln des Viehs. Eine Weidenpfütze, die nicht mehr von den Tieren benützt wird, verschwindet und verwächst bald.

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